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8 Jahre, 8 Themenfelder, unzählige Projekte

Lebendiger Klimaschutz betrifft alle Bereiche unseres Lebens: Es geht um die Energieversorgung der Zukunft, unsere Mobilität, die Wirtschaft im Einklang mit der Ökologie, die vom Klimawandel betroffenen Städte, den Klimaschutz durch unsere Landschaft, die Gewässer, Wissenschaft und Forschung als Triebfedern des Fortschritts und die Kultur als Quelle der Inspiration und Reflexion. Diese acht Themenfelder spiegeln damit den umfassenden und ganzheitlichen Ansatz der klimametropole RUHR 2022. Und die Themenfelder zeigen, wo jeder einzelne von uns mit einsteigen und in Sachen Klimaschutz aktiv werden kann. Im Detail:

Energie

Bis zum Jahre 2050 soll die Energiewende in Deutschland vollbracht sein. Eine Aufgabe, die nicht nur die Weiterentwicklung herkömmlicher und die Entwicklung neuer Technologien erfordert. Zusätzlich müssen neue Infrastrukturen für eine CO2-freie, regenerative und nachhaltige Energieversorgung geschaffen werden. Und wir alle können den effizienten Einsatz von Energie vorantreiben.


Die Energiewende fordert ein ganzheitliches und gesamtgesellschaftliches Umdenken. Die Wirtschaft, die öffentliche Verwaltung, die Forschungseinrichtungen und die Privathaushalte – kurz also: wir alle – sind vom Umbau des Energiesystems betroffen. Bei uns allen Zuhause geht es vor allem um den bewussten und energieeffizienten Umgang mit Energie. Die energetische Sanierung von Altbauten in der Metropole Ruhr ist deshalb von besonderer Bedeutung. Das Pilotprojekt „InnovationCity – Modellstadt Bottrop“ zum Beispiel zeigt dies am Beispiel eines Stadtbezirks mit rund 50.000 Einwohnern. In technologischer Hinsicht ist insbesondere die gewachsene energietechnologische Kompetenz in der Metropole Ruhr gefragt. Die großen Versorger, Forschungseinrichtungen und andere Akteure arbeiten an der Entwicklung des Energiesystems von morgen. Sie verbessern konventionelle Kraftwerkstechniken und steigern deren Effizienz. Sie forschen mit neuen regenerativen Energiequellen, wie der Nutzung von Wärme aus Abwässern. Sie entwickeln Ideen für Speichermöglichkeiten, z. B. in stillgelegten Bergbauschächten.
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Mobilität

Der Verkehr auf unseren Straßen nimmt weiter zu. Jeder von uns will mobil sein, immer mehr Waren müssen von A nach B transportiert werden. Schon heute verursachen die Verkehrsströme rund ein Fünftel der bundesweiten CO2-Emissionen, insbesondere der motorisierte Individualverkehr. Ideen und Konzepte für einen ressourcen- und umweltfreundlichen Verkehr sind deswegen ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes.


Alternative Antriebskonzepte zu entwickeln, die Nahverkehrssysteme intelligent zu verknüpfen, alternative Verkehrsmittel wie das Fahrrad voranzubringen und die Güterströme klimagerechter zu organisieren – das sind die Aufgaben, denen wir uns heute widmen, um die zukünftige Mobilität zu gestalten. Für einen Ballungsraum wie die Metropole Ruhr mit einem der dichtesten Verkehrsnetze Europas ist die Aufgabe, die regionale Verkehrsentwicklung klimagerecht voranzubringen, umso wichtiger. Kommunen, öffentliche Verbände, Verkehrs- und Logistikunternehmen sowie zahlreiche bürgerschaftliche Initiativen wirken an der mobilen Zukunft in der Metropole Ruhr mit. Sie arbeiten zum Beispiel mit an der Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs, an der Planung neuer Radwegenetze, der Leitung von Verkehrsströmen durch mobile Applikationen oder an Angeboten gemeinschaftlicher Pkw- oder Fahrradnutzung. Wissenschaftliche Forschungseinrichtungen und die Automobil-Zulieferindustrie der Region entwickeln alternative Kraftstoffe und effiziente Antriebssysteme wie beispielsweise die Brennstoffzelle und die Elektromobilität. All diese Projekte sind wegweisend und lohnen einen Besuch, um die Mobilität von morgen in dicht besiedelten Gebieten kennenzulernen.
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Wirtschaft

Ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg schließen sich nicht aus, im Gegenteil, sie ergänzen sich. Nach dieser Maxime handeln immer mehr Unternehmer, die auf energie- und ressourceneffiziente Produktionsverfahren setzen oder die mit klimaschonenden Produkten auf dem Markt Erfolge feiern. Solche Beispiele zeigen: Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg können sich gegenseitig ergänzen.


Nachhaltiges Wirtschaften unter dem Aspekt des Klimaschutzes wird für Unternehmen immer wichtiger. Einer der wichtigsten Punkte dabei ist, dass sich so Wettbewerbsvorteile sichern lassen: Durch den Einsatz neuer oder weiterentwickelter Produktionsverfahren wird bei gleichem Energie- und Ressourceneinsatz mehr produzieren. In vielen Bereichen kann der Verbrauch von Energie und Rohstoffen gesenkt werden. Dadurch werden Kosten eingespart und die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte gesteigert. Hinzu kommen der Einsatz neuer Werkstoffe, das ökologische Design von Produkten und die Digitalisierung der Produktion. Verbesserte Position im Wettbewerb bei gleichzeitig besserem Klimaschutz – eine klassische Win-win-Situation für Wirtschaft und Umwelt. Weniger verbrauchen, mehr erreichen! Ökologisches Wirtschaften wird damit zum Wirtschaftsmotor der Zukunft. Schon heute geben die Unternehmen der Metropole Ruhr spannende Einblicke in energieeffizientere Produktionsstraßen, intelligente Recyclingsysteme und neue, klimaschonende Produkte. Sie werden die klimagerechten Märkte von morgen gestalten.
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Stadt

Städte und ihre komplexen Infrastrukturen reagieren besonders empfindlich auf die Folgen des Klimawandels. Um die Auswirkungen abzumildern, ist eine ganzheitliche und klimagerechte Stadt- und Quartiersentwicklung notwendig. Es geht darum, nachhaltige städtebauliche Strukturen zu schaffen und Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen zu übernehmen. Gerade der Städtebau bietet mit einer Vielzahl von Ideen und Visionen faszinierende Gestaltungsspielräume.


Immer häufiger sind Stadtbewohner von überhitzten Innenstädten und Starkregen-Ereignissen betroffen. Versiegelte Flächen und fehlende Grünzüge verstärken die Auswirkungen. Gefragt sind hier die Kommunalpolitiker und die Stadtplaner, um die Städte und Gemeinden in der Metropole Ruhr zukunftsfähig zu gestalten. Für eine vorwärts gerichtete und klimagerechte Planung bietet die Metropole Ruhr – im Gegensatz zu vielen anderen Metropolen – gute Voraussetzungen: Der Emscher Landschaftspark, der sich wie ein grünes Band durch die gesamte Region zieht, lockert den Ballungsraum auf, schafft Freiflächen und Frischluftschneisen. Darüber hinaus müssen wir die Auswirkungen des Klimawandels im Rahmen einer integrierten Stadtentwicklung berücksichtigen und für viele lokale Bereiche wie die Quartiere in den Stadtteilen spezielle Lösungen erarbeiten. Vom Anlegen von Gemeinschaftsgärten bis hin zur Verbesserung des sozialen Miteinanders müssen wir alle Möglichkeiten zur Steigerung der Lebensqualität und der Verbesserung des Klimaschutzes berücksichtigen. Auch hier ist das Engagement aller Beteiligten wichtig, um neue Ideen und Konzepte zu entwickeln und vor Ort auszuprobieren.
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Landschaft

Am Wochenende raus in die Wälder, an die Seen, eine Radtour übers Land. Spazierengehen, rudern, segeln, in der Sonne liegen. Natur und Landschaft sind eine wichtige Grundlage für unsere Lebensqualität und unser Wohlbefinden. Eine noch wichtigere Bedeutung hat die Natur jedoch für das Klima in der Metropole Ruhr: Intakte Ökosysteme mit einer riesigen biologischen Vielfalt sind schützenswerte Refugien, die einen starken Einfluss auf das regionale und sogar lokale Klima haben. Nicht zuletzt muss sich die Landwirtschaft in der Metropole Ruhr den Herausforderungen des Klimawandels, z. B. bei veränderten Wachstumsbedingungen für Pflanzen, stellen.


Die Metropole Ruhr verfügt über einzigartige postindustrielle Kulturlandschaften. Im dicht besiedelten Raum, aber auch an den Rändern der Metropole Ruhr spielen Landschaften, Grünflächen und unversiegelte Freiflächen eine entscheidende Rolle – nicht nur als Erholungsraum für die Menschen, sondern auch mit Blick auf das Klima: Sie sind CO2-Speicher und „grüne Lungen“ für die Lufthygiene, sie sind „Klimaanlagen“ für überwärmte Innenstädte und Aufnahmeflächen für Regenwasser. In den kommenden Jahren wird die Aufbereitung von ehemals industriell genutzten Flächen ein entscheidender Aspekt der klimagerechten Entwicklung der Metropole Ruhr sein. Hierfür brauchen wir ein Flächenmanagement, das zum Beispiel dem Erhalt solcher Flächen als Naturlandschaft dem Vorrang gibt gegenüber der Neuversiegelung. Fast 40 % der Fläche in der Metropole Ruhr werden landwirtschaftlich oder gartenbaulich genutzt. Der Klimawandel bringt hier neue Herausforderungen im Hinblick auf Trockenphasen, Unwetter und stärkeren Schädlingsbefall, die insgesamt zu höheren Ernteausfällen führen können. Höhere Temperaturen könnten hingegen für längere Vegetationsperioden sorgen, durch die vielleicht sogar der Anbau von Zweitkulturen nach der ersten Ernte möglich wird. Auch hier müssen wir alle uns auf veränderte Bedingungen einstellen und uns frühzeitig mit ihnen vertraut machen.
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Wasser

Die globale Erwärmung hat vielfältige Auswirkungen für die Wasserwirtschaft in der Metropole Ruhr: Betroffen ist die Wasserversorgung der Menschen und Unternehmen in der Region genauso wie die Gewässer- und Talsperrenbewirtschaftung oder die Siedlungsentwässerung. Und natürlich muss der Hochwasserschutz auf neue klimatisch bedingte Herausforderungen angepasst sein. Wasser, unsere Lebensgrundlage, wird deshalb zu einem immer wichtigeren Thema in der Metropole Ruhr.


Aktuelle Beispiele aus diesem Sommer zeigen, dass Starkregenereignisse zu Überlastungen unserer Kanalsysteme führen. Mit solchen Ereignissen müssen wir in Zukunft häufiger rechnen. Uns muss klar sein, dass die Infrastruktur zu Entwässerung an solche Ereignisse nicht in ausrechendem Maße angepasst werden kann. Wir müssen dahin kommen, dass sich Hauseigentümer zum Beispiel mit Zwischenspeichern und anderen Maßnahmen bei der Bewältigung solcher Ereignisse engagieren. Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass durch Bodenversiegelung nicht noch mehr Wärmeinseln in den Städten entstehen und dass wir unsere Gewässer und die dortigen Biotope ökologisch stabilisieren. Denn solche Bereiche werden für ein gutes Klima immer wichtiger. Wir müssen uns auch darauf einstellen, dass längere Trockenperioden und höhere Temperaturen zu Nutzungskonflikten zwischen Trinkwasserversorgung, landwirtschaftlicher Bewässerung und Kühlwassernutzung von Kraftwerken führen werden. Hier hat die Wasserwirtschaft schon viele vorbeugende Maßnahmen getroffen und baut diese weiter aus. Darüber hinaus sind wir alle gefragt, in Zukunft bewusster mit unserer Lebensgrundlage Wasser umzugehen.
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Wissen

Innovative Ideen schaffen neue Perspektiven und sind die Basis für neue Technologien, mit denen wir die Zukunft unserer Gesellschaft gestalten. Gerade Wissenschaft und Forschung sind hier wichtige Impulsgeber, Initiatoren und Mediatoren, die im Dialog mit den Menschen der Metropole Ruhr Lösungen für die klimapolitischen Herausforderungen entwickeln.


Wenn wir erfolgreich eine klimagerechte Zukunft gestalten wollen, gehört eine dialogbereite Wissenschaft unbedingt dazu. Der Austausch über die einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen hinaus ist dabei genauso wichtig wie der Dialog mit der Politik, den Unternehmern sowie den Bürgerinnen und Bürgern. Dabei reicht die Vermittlung von Erkenntnissen zum Thema Klimawandel nicht aus, viel mehr geht es darum, durch Kommunikation alle Akteure Know-how aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen in den Forschungsprozess zu integrieren. Der Prozess der „open innovation“, wie beispielsweise das Format FabLab, oder der sich ausbreitende Trend der Bürgerwissenschaftler sind wichtige und gute Zeichen dieses Ansatzes. Gerade um langfristige Strategien für eine klimagerechte Gesellschaft zu entwickeln, ist die Beteiligung der Wissenschaft wichtig. Auch die gezielte Umwelt- und Klimabildung ist essenziell für den Erfolg des Klimaschutzes. Ein Bewusstsein und Verständnis für die Notwendigkeit des Schutzes von Klima und Umwelt soll anhand konkreter Projekte für die Bürgerinnen und Bürger erlebbar werden. Der Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und die Vermeidung von Verschwendung sind dabei ebenfalls wichtige Aspekte. Für die Wissenschaft kommt es darauf an, hier fühlbare Erlebnisse zu schaffen, die Wahrnehmung zu schärfen, gemeinsame Erfahrungen zu sammeln und Wissen auszutauschen.
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Kultur

Klimawandel beginnt in den Köpfen der Menschen – eine besondere Herausforderung für das gesellschaftliche und soziale Miteinander. Unsere Zukunft benötigt neue Konzepte des Zusammenlebens und des persönlichen Lebensstils. Um die Menschen hierfür zu sensibilisieren und zu mobilisieren, sind Vorreiter gefragt, die schon heute neue Wege einschlagen, die begeistern, die heute schon Klimaschutz leben.


Je konkreter eine Bedrohung oder eine Gefahr ist, desto eher sind die Menschen bereit, sich auf Veränderungen einzulassen. So lange können und dürfen wir in Sachen Klimaschutz nicht warten. Wir haben akuten Handlungsbedarf und wir wollen zeigen, wie jeder Einzelne klimagerecht handeln und sich beteiligen kann. Mit kreativen und mutigen Maßnahmen wird es gelingen, die Bedeutung des Themas Klimaschutz in den Köpfen der Menschen zu verankern. Der Klimawandel erfordert von jedem von uns, dass er seinen Lebensstil, seine Werte und sein Konsumverhalten überdenkt und den neuen Gegebenheiten anpasst. Auch sind wir angehalten, unser Zusammenleben in der Gesellschaft zu überdenken, damit der Wandel zu einer umwelt- und klimafreundlichen Gesellschaft gelingt. Kulturelle Formate bieten die Chance, die Mentalität der Menschen positiv zu beeinflussen, ihnen den Gewinn an Lebensqualität zu vermitteln und uns allen Impulse für Veränderungen zu geben. Die Kunst als Mittel der gesellschaftlichen Auseinandersetzung ist bestens geeignet, um miteinander zu reflektieren und zu kommunizieren. Zudem eignen sich kulturelle Darbietungen hervorragend, um den Menschen den Klimawandel bildlich vor Augen zu führen und sie für den Umweltschutz zu sensibilisieren. Auch dieser Aufgabe widmet sich die klimametropole RUHR 2022.
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