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Still aus dem Kurzfilm Wheelin': Mann neben antikem Rad.


Credits:
by courtesy of Luke Tate/Jason Drake

11.10.2017

12. Internationales Festival des Fahrrad-Films

Am 21. Oktober 2017 geht das Internationale Festival des Fahrrad-Films in den Herner Flottmann-Hallen in die 12. Runde. 19 Filme aus 13 Ländern stehen im Wettbewerb um die „Goldene Kurbel“, den Filmpreis für den besten Fahrrad-Film.

Internationale Dokumentationen zeigen verschiedene Facetten der offenen Gesellschaft und der Rolle des Fahrrads. Die Protagonistin des Films Mama Agatha von Fadi Hindash, Agartha Frimpong, bringt 15 Frauen mit unterschiedlichsten Migrationshintergründen das Fahrradfahren bei, als zentrale Kulturtechnik der Niederlande. Schließlich erobern die Frauen die Straßen Amsterdams per Rad, allen interkulturellen Verflechtungen zum Trotz.

Kurzspielfilm „The Cyclist“

Dass die offene Gesellschaft bisweilen eine Utopie ist, ist ein Thema verschiedener kurzer Fahrrad-Spielfilme. The Cyclist ist einer von ihnen. Filmemacherin Sarah Grant erzählt die Geschichte einer Flucht aus einem würdelosen Bankangestellten-Dasein. In der Wiederentdeckung des echten Lebens und der Liebe spielt das Fahrrad selbstverständlich eine Schlüsselrolle.

Persönlichkeiten des Fahrradbaus im Porträt

Ein Spezialthema des diesjährigen Festivals ist der Fahrrad-Rahmenbau, ein Handwerk, dass Freigeister in besonderem Maße anzusprechen scheint. Dazu zählt Georgena Terry, eine amerikanische Rahmenbauerin, die sich intensiv mit der Physis von Frauen in ihrem von Männern dominierten Handwerk beschäftigt. Sie verändert die Standard-Geometrie von Fahrrädern und baut selbstbewusst und kunstvoll Fahrräder, nicht nur für Frauen.

In vielerlei Hinsicht kunstvoll ist der Film „Made in Langendreer“: Filmemacher Eric Jobs begleitet den Tüftler Helmut Schröder beim Bau eines Fahrrads. Das Baumaterial ist Eibenholz, so beginnt der Film bei der botanischen Komponentensuche mit Axt und Säge auf städtischen Kompostanlagen. Auf dem Weg zum fertigen Rad wird klafterweise Holz gebogen, viel geredet und noch mehr geraucht. Ein absolut sehenswerter Film mit Lokalkolorit.

Für ungewöhnliche Unterhaltung sorgen verschiedene filmischen Eskapaden des Filmprogramms. Die größte von Ihnen führt in die USA: Das Tall Bike von Richie Trimble ist ein Hochrad triumphaler Größe und die Krone jeder Kritischen Masse. Sein Film STOOPIDTALL, in luftiger Höhe vom Sattel gefilmt, ist nichts für schwache Nerven. Dies gilt auch für den Film Bear von Nash Edgerton, der den atemberaubendste Stunt in der Geschichte des Fahrrad-Films enthält.

Goldene Kurbel und Rahmenprogramm

Höhepunkt des Abends ist die Verleihung der „Goldenen Kurbel“ für den besten Fahrrad-Film.
Umrahmt wird das Filmprogramm von der Fotoinstallation „schilder in der fahrradstadt“ von Friedbert Rogge. Es gibt ferner Retrofahrräder und Kunst anzuschauen, zu hören ist DJ Mono an seinen Philips-Mono-Plattenspielern, und die VeloKitchen Dortmund kocht ein veganes Süppchen. Beste Zutaten für einen schönen Abend der Fahrrad-Kultur in den Flottmann-Halle, Herne.

Am Vorabend: Rough Conditions Adventure Film Festival – 20. Oktober

Zur Einstimmung ins Filmfestival-Wochenende beginnt am Freitag, den 20. Oktober um 20 Uhr das inzwischen dritte Rough Conditions Adventure Film Festival. Mit acht Filmen, einem Vortag über das neueste Abenteuer von Erwin Zantinga, Kopf der niederländischen Adventure Society, und einer offenen Podiumsdiskussion wird dem Abenteuer auf den Grund gegangen. Ein intensiver Abend über die Sehnsucht nach Ungewissheit. Ohne Lebensgefahr, ohne Energy-Drink, mit oder ohne Fahrrad.